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Kaum Interesse an Onshore-Ausschreibung

Das Interesse am Bau neuer Windparks an Land ist weiterhin sehr verhalten. Das zeigt die jüngste Onshore-Ausschreibung der Bundesnetzagentur.

21. Oktober 2019
Repoweringprojekt Ahlerstedt-Wohnste, Niedresachsen, Landkreis Stade.
Enercon E 40 wird gegen 23 Enercon E 82 getauscht. größtes Repoweringprojet Deutschlands 2o12. Demontage, Abbau. Errichtung der neuen Turbinen parallel.
(Bild: BWE/Jens Meier)

Die BNetzA hat die Zuschläge der Ausschreibungen für Windenergie an Land sowie für PV zum Gebotstermin 1.10. erteilt. Die Wind-Ausschreibung war massiv unterzeichnet.

Erneut gingen nur Gebote für etwa ein Drittel der Gebotsmenge ein, so die BNetzA. Bei einer ausgeschriebenen Menge von 675 Megawatt wurden nur 25 Gebote mit einem Volumen von 204 Megawatt eingereicht. Ein Zuschlag ging an eine Bürgerenergiegesellschaft.

Regionale Verteilung

Regional betrachtet verteilten sich die Zuschläge mehrheitlich auf Gebote in Brandenburg (neun Zuschläge mit insgesamt 74 Megawatt) sowie in Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein (jeweils sechs Zuschläge mit insgesamt 51 Megawatt in NRW bzw. insgesamt 29 Megawatt in S-H).

Die Gebotswerte der bezuschlagten Gebote reichten wie in der Vorrunde von 6,19 ct/kWh bis zum Höchstwert von 6,20 ct/kWh. Der durchschnittliche Zuschlagswert liegt bei 6,20 ct/kWh.

„Katastrophal“

„Die Ergebnisse der fünften Ausschreibungsrunde 2019 sind katastrophal, überraschen uns aber nicht. Seit Monaten machen wir ganz konkrete Vorschläge, um zusammen mit der Politik den Genehmigungsstau bei der Windenergie endlich zu lösen. Doch die politische Reaktion aus Berlin zeigt uns, dass die Krise der Windbranche schlichtweg nicht ernstgenommen wird. Wichtige Entscheidungen werden wegdelegiert, Handlungszeiträume bis ins nächste Jahr gestreckt, während die wöchentlichen Meldungen um Arbeitsplatzverluste ein Handeln heute verlangen. Wer die Branche nötigt, derart lange die Luft anhalten zu müssen, braucht sich am Ende nicht wundern, wenn sie an Atemnot verstirbt“, kommentiert BWE-Präsident Hermann Albers die Ausschreibungsergebnisse Wind Onshore.

Ausschreibung für Solaranlagen

Im Rahmen der Solarausschreibung wurden 153 Gebote mit einem Leistungsumfang von 648 Megawatt abgegeben. Damit war die ausgeschriebene Menge von 150 Megawatt deutlich überzeichnet.

Insgesamt erteilte die Bundesnetzagentur 27 Zuschläge für eine zu errichtende Solarleistung von 153 Megawatt. Die Zuschläge gingen ganz überwiegend an Bieter mit Geboten auf bayerische Ackerflächen (19 mit 130 Megawatt). Die Ausweitung des bayerischen Kontingents an Ackerflächen auf insgesamt 70 pro Jahr hat den Wettbewerb stimuliert.

Die im Gebotspreisverfahren ermittelten Zuschläge lagen zwischen 4,59 ct/kWh und 5,20 ct/kWh. Der durchschnittliche, mengengewichtete Zuschlagswert betrug 4,90 ct/kWh (Vorrunde 5,47 ct/kWh).

Robert Busch, Geschäftsführer des Bundesverbandes Neue Energiewirtschaft: „Die Ergebnisse der jüngsten Ausschreibungsrunde für Photovoltaik zeigen erneut, dass die wettbewerbliche Preisermittlung erfolgreich ist. Doch auf den heutigen Ergebnissen sollte sich niemand ausruhen. Ausschreibungen können günstige Preise für Photovoltaikanlagen insbesondere dann hervorbringen, wenn die Flächenkulisse weniger restriktiv ist. Denn der Vergleich der Ergebnisse vergangener Ausschreibungen zeigt deutlich, dass die zunehmende Flächenverknappung die Preise treibt. Wichtig ist daher, dass die Bundländer von ihrer Länderöffnungsklausel Gebrauch machen.“