STROM

Kohleausstieg aus Kostengründen

In diesem Juni emittierten deutsche Kraftwerke 33% weniger Kohlendioxid als im Juni 2018. Ein Grund für den Rückgang ist laut Fraunhofer ISE der Preis für CO2-Zertifikate.

17. Juli 2019
A city worker Analysing stock market data on a monitor.
(Bild: James Thew – stock.adobe.com)

Die Zertifikate hatten sich in dem Zeitraum verteuert. Weitere Gründe waren die niedrigen Börsenstrompreise und ein geringerer Stromverbrauch, so das Fraunhofer.

Dabei führte die Kombination aus erhöhten Kosten für CO2-Zertifikatspreise, niedrigeren Börsenstrompreisen u.a. aufgrund hoher Anteile erneuerbaren Stroms sowie niedrigen Gaspreisen zu einem Fuel Switch, einem Brennstoffwechsel von Braunkohle zu Gas, da sich in dieser Konstellation die Stromerzeugung aus Braunkohle sehr schnell als unwirtschaftlich darstellt.

„Der Preis für CO2-Zertifikate lag im Juni 2019 im Durchschnitt bei ca. 25 Euro pro Tonne CO2, 65% über dem Juni 2018 mit ca. 15 Euro/t CO2“, so das Fraunhofer ISE.

Die hohe regenerative Stromerzeugung aus Solar und Wind, der gesunkene Verbrauch und weitere nationale und internationale Marktfaktoren führten den Angaben zufolge zu geringeren Day-Ahead Strompreisen an der Strombörse. Sie verringerten sich um 24% von durchschnittlich 42,09 Euro/MWh im Juni 2018 auf 31,84 Euro/MWh im Juni 2019, was wiederum die Rentabilität der Kohlekraftwerke verringerte, heißt es.

»Der erfreuliche Nebeneffekt dieser rein marktgetriebenen Ereignisse waren deutlich geringere Kohlendioxidemissionen aus der fossilen Stromerzeugung«, kommentiert Prof. Bruno Burger, Schöpfer der Fraunhofer ISE Energy Charts dieses Phänomen. »Sie fielen um 33% von 17,3 Mio. t im Juni 2018 auf 11,5 Mio. t im Juni 2019«.

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